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Diagramm zur Entwicklung der GINI-Indices in Deutschland

Entwicklung der GINI-Indices

Einkommensungleichheiten können mit verschiedenen Verteilungsmaßen dargestellt werden. In der folgenden Darstellung wurde der GINI-Index genutzt, um die Einkommensentwicklung in Deutschland seit Mitte der 1980er Jahre darzustellen. Der Index hat einen Wertebereich zischen 0 (maximale Gleichverteilung) und 1 (maximale Ungleichverteilung). Die Angaben bis 1990 beziehen sich nur auf Westdeutschland. Alle Einkommen wurden äquivalenzgewichtet (neue OECD-Skala) und berücksichtigen auch den fiktiven Mietwert von selbstgenutztem Wohneigentum.

Eigene Berechnungen mit dem SOEP V38.1 – Vorjahreseinkommen

Die schwarze Linie gibt die Entwicklung der Ungleichheiten der Markteinkommen (Pre-Government-Income) wieder; der Wert ist von 0,4 im Erhebungsjahr 1985 – die Einkommen beziehen sich dann auf 1984 – auf 0,45 angestiegen. Der Wert steigt in den 1990er Jahren und in der ersten Hälfte der 2000er Jahre kontinuierlich an; danach stabilisiert er sich bei etwa 0,45. Die Markteinkommen umfassen die Einkommen aus Arbeit (z.B. Löhne oder Gewinne) und Vermögen sowie die erhaltenen privaten Transfers und privaten Renteneinkommen.
Die rote Linie steht für die Entwicklung der Ungleichheit der Nettoeinkommen (Post-Government-Income). Diese beinhalten die Markteinkommen, zuzüglich der Einkommen aus (nicht privaten) Renten und Sozialleistungen, abzüglich von Steuern und Sozialabgaben. Durch diesen im weiteren Sinne staatlich organisierten Umverteilungseffekt fällt der GINI-Index deutlich geringer aus als der der Markteinkommen. So lag der Wert 1985 bei nur 0,25. Der Anstieg setzt verglichen mit den Markteinkommen deutlich später ein; der stärkste Zuwachs findet sich kurz nach der Jahrtausendwende; danach schwächt sich der Zuwachs deutlich ab. Für das Erhebungsjahr 2021, also die Einkommen von 2020, liegt der Wert bei 0,3.
Die grüne Kurve informiert über den Grad der staatlichen Umverteilung, indem ermittelt wird, um welchen Anteil sich der GINI-Wert der Markteinkommen durch die staatliche Umverteilung reduziert. Die Reduktion hatte zunächst recht stabil bei etwa 40% gelegen. Seit 2005 ist sie jedoch recht kontinuierlich zurückgegangen und liegt in dem ersten Corona-Jahr bei nur noch 33%.